Sonntag, 25. Juni 2017

Jeder Weg ist der Richtige

 Das Leben führt uns hierhin und dorthin. Und wie oft müssen wir uns entscheiden?








Entscheide Dich selbst

Wenn wir uns nicht selbst entscheiden, tun das andere für uns, was leider oft zu unserem Nachteil ausfällt. Entweder jemand entscheidet positiv für uns in einer Sache, dann ist unser Wohlbefinden von demjenigen abhängig. Oder jemand entscheidet negativ für uns, dann ärgern wir uns. In beiden Fällen fühlen wir uns beengt. Deshalb ist es immer besser, eigene Entscheidungen zu fällen, auch wenn dies bedeuten könnte, dass wir einen Fehler begehen.

 

Wir können nur gewinnen

Entweder haben wir eine sinnvolle Entscheidung getroffen und unser Leben erfährt positive Impulse. Dann sind wir glücklich und freuen uns darüber, dass wir unser Glück selbst in die Hand genommen haben. Unser Selbstbewusstsein stärkt in viel höherem Maße als wenn jemand anderes für uns entschieden hätte. Je öfter wir uns selbst und bewusst entscheiden, umso stärker ist unsere Selbstwirksamkeit.

Denken wir an die negative Seite:  wir haben uns falsch entschieden und einen Fehler gemacht. Dann können wir daraus lernen. Nur wenn wir uns bewusst für eine Sache entschieden haben, dann merken wir überhaupt, dass ein bestimmtes Verhalten ein Fehler war. Entscheiden andere für uns, dann fühlen wir uns als Opfer und wir begehen den gleichen Fehler möglicherweise mehrmals. 
 

Die richtige Entscheidung treffen


Wenn wir uns entscheiden müssen, gibt es also eigentlich kein richtig oder falsch. Wenn sich eine Entscheidung als falsch herausstellen sollte, geraten wir schneller in eine neue Situation, in der wir uns erneut entscheiden müssen. Der Weg fühlt sich dann zwar holprig und beschwerlich an, ist vielleicht aber kürzer.
 

Die Entscheidung für den längeren Weg bedeutet manchmal zwar mehr Mühe und Aufwand, weil er eben von vornherein länger oder steiler erscheint. Aber das Erfolgserlebnis, wenn wir das Ziel erreicht haben, ist auch umso größer und dauert länger an.
 

Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt

  
Wichtig ist in beiden Fällen, dass wir uns entscheiden. Wir selbst müssen uns entscheiden, sonst schleppt uns vielleicht jemand auf seinem Weg nur mit und wir werden früher oder später unzufrieden. Natürlich gibt es auch Probleme, die lassen sich aussitzen und lösen sich von selbst, so wie es jeden Tag dunkel wird. Manchmal kann man auch abwarten. Aber wenn wir uns persönlich weiterentwickeln wollen, dann müssen wir bereit sein, zu lernen. Wenn wir den ersten Schritt zu einem Neuanfang nicht gehen, dann laufen wir wie in einem Kreisverkehr aus dem wir erst wieder herausfinden, wenn wir wissen, wohin wir abbiegen wollen. Und wer gerne im Kreis fährt, der kann sich sicher sein: der nächste Kreisverkehr (oder das nächste Hamsterrad) kommt bestimmt, auch wenn wir zwischendurch andere Wege gehen. Jede neue Landschaft wird irgendwann zur vertrauten Umgebung.
 
 

 
   









































Sonntag, 18. Juni 2017

Ärger zur Selbsterkenntnis nutzen



Wer ärgert sich schon gerne? Wenn wir uns ärgern, dann sprüht es in uns. Das Blut kocht, wir atmen wie wilde Tiere auf der Flucht und können keinen klaren Gedanken fassen. Wenn der Ärger dann auch noch auf Ärger trifft, ist eine Gefühlsexplosion fast schon vorprogrammiert. Das will doch keiner. Oder doch?

 


 

Wozu Ärger gut sein kann


Ärger kann uns von Menschen fernhalten, die uns nicht gut tun. Wenn wir uns ärgern, wollen wir unser Gegenüber loswerden.
Ärger kann uns helfen, geduldiger zu werden oder mehr Verständnis für andere zu entwickeln.
In der Regel wollen wir ärgerliche Gefühle aber schnell wieder loswerden. Wir verdrängen dann das Geschehnis oder ziehen uns zurück. Wir versuchen krampfhaft, uns zu beruhigen oder, wenn das nicht klappt, verlieren wir vielleicht sogar die Kontrolle und tun unüberlegt Dinge, die wir anschließend bereuen.
Ärger kann uns aber auch viel über uns selbst verraten. Dieses Wissen können wir nutzen, um unser Verhalten zu analysieren und eventuell alte Gedankenmuster zu erkennen und umzuwandeln.  
 

Was Ärger über uns verrät

Wenn wir uns ärgern, dann befinden wir uns in einer Situation, die wir nicht haben wollen. In uns arbeitet unterbewusst gerade ein Glaubenssatz, der nicht gut für uns ist. Nehmen wir mal den Spieleklassiker „Mensch ärgere dich nicht“. Wir spielen und sind gerade dabei, zu verlieren. Alle anderen Mitspieler haben bereits drei Männchen in Sicherheit gebracht und von uns stehen alle Vier noch auf dem Feld. Ärgerlich! Wir wollten doch gewinnen. Aber es scheint, als seien wir gerade kein Gewinnertyp, sondern eher ein Verlierer. „Ich bin ein Verlierer“, kreischt unser Unterbewusstsein. Wir ärgern uns. Daher nehmen wir die innere Stimme nicht wahr, sondern wir fühlen nur, wie uns die Luft langsam ausgeht, unser Herz höher schlägt und wir am liebsten mit der Faust auf den Tisch hauen wollen. Das Gefühl kommt zuerst. Wenn wir Pech haben, ist der Ärger plötzlich da und wir kommen aus der Nummer nicht mehr raus. Das kann nicht nur uns die Laune verderben, sondern auch noch unseren Mitspielern.
Wenn wir uns das bewusst machen, dann können wir von unserem Ärger lernen. Wir erfahren nämlich, was in uns arbeitet. Wir erfahren, dass wir uns für einen Verlierer halten, oder zumindest für einen schlechten Verlierer. Oder dass wir nicht damit umgehen können, wenn andere besser sind als wir oder mehr Glück haben, oder, oder.

 

Den Ärger umwandeln

Wenn wir nur versuchen, den Ärger schnell loszuwerden, dann verdrängen wir unsere Gefühle. Der Ärger verschwindet dann zwar, aber wir werden immer wieder in ähnliche Situationen kommen und uns erneut über die gleiche Sache ärgern.
Wenn wir versuchen, unseren Ärger festzuhalten, dann kann er zu unserem Lehrer werden. Wir müssen dazu versuchen, die Gefühle und die Gedanken genau zu erkennen, die uns zu schaffen machen. Wenn wir im Ärger bleiben, dann erfahren wir die Ursache. Oft ist es ein einziger Ich-bin-Satz, der uns zu schaffen macht. Ich bin nicht in der Lage, mich zu kontrollieren. Ich bin ein Pechvogel. Ich bin unglücklich, weil… Ich bin ein Looser. Ich bin ein Miesepeter, man sieht’s grad wieder. 
Das ist zwar anstrengend und erfordert etwas Disziplin, lohnt sich aber. Denn: haben wir den negativen Glaubenssatz entlarvt, der uns im Ärger gefangen hält, dann können wir ihn umwandeln in eine positive Affirmation. Aus „Ich bin ein schlechter Verlierer“ kann dann ebenso gut werden. „Mal gewinnt man, mal verliert man.“ Oder „Ich spiele gerne, auch wenn ich Letzter bin.“ Finden wir während der Ärgerphase heraus, dass wir eigentlich überhaupt keine Lust auf Gesellschaftsspiele haben, dann könnten wir daraus auch machen: „Ich gucke lieber zu und behalte die Regeln im Auge.“ So können wir an der geselligen Runde teilnehmen, ohne uns zu ärgern.
 
 
Wenn wir auf diese Weise unseren Ärger im Zaum halten können, wird es auch in Zukunft weniger Situationen geben, die uns wütend werden lassen. Wir behalten uns immer besser unter Kontrolle.

 

 
           









































Sonntag, 11. Juni 2017

Wunsch noch nicht erfüllt? Dieser Trick erleichtert das Warten


Geduld ist unumgänglich, wenn wir auf die Erfüllung eines Wunsches warten. Aber manchmal dauert es einfach länger als wir aushalten können. Vor allem wenn es sich um größere oder abstrakte Wünsche wie die Manifestation der Liebe oder das Erreichen eines Karriereschrittes handelt. Die Erfüllung solcher Wünsche hängt nicht vom Geldbeutel ab, sondern hat maßgeblich mit unserer inneren Einstellung zu tun. Aber ebenso wie die Jahreszeiten kommen und gehen, wenn es Zeit ist, erfüllen sich solche Wünsche eben manchmal erst nach einer langen Wartezeit. Und während wir warten, tauchen Zweifel auf. Warum erfüllt sich mein Wunsch nicht? Mache ich etwas falsch? Nein, wir machen nichts falsch, wir sind bloß ungeduldig. Um das etwas abzumildern, habe ich folgenden Trick ausprobiert:




 



Die doppelte Verneinung

Damit sind einfache Sätze gemeint, die nicht auf Anhieb zu verstehen sind, aber dennoch einen Sinn ergeben. Die Bedeutung kann effektiv eine Bejahung sein oder eine Verneinung bekräftigen.

Hier ein Beispiel:

Ich bin nicht interessiert, diesen Satz nicht zu verstehen.   
 

Benutze die doppelte Verneinung, um Zweifel auszutricksen

Wenn wir uns etwas gewünscht haben, zum Beispiel mit Hilfe einer Affirmation, und sich der Wunsch nicht erfüllt, dann tauchen Zweifel auf. Wir zweifeln, ob das mit der Wunscherfüllung wirklich funktionieren kann. Wir nehmen vielleicht sogar wieder Abstand von einem Wunsch und der Fokus verliert sich. Aber wenn wir den Zweifeln zu viel Raum geben, dann bleibt unser Wunsch unerfüllt und wir sind traurig darüber.
Deshalb ist es nicht nur wichtig, den Wunsch aufrecht zu erhalten und ihn immer wieder in den Vordergrund zu rücken, sondern es ist ebenso wichtig, Zweifel im Zaum zu halten. Hierzu eignet sich diese Vorgehensweise: 

1.    Wunsch aussprechen und dabei so tun, als sei der Wunsch bereits erfüllt. Affirmationen eignen sich hierzu besonders.

Ich bin selbstbewusst.
Ich bin Besitzer eines schnellen Sportwagens.
Ich bin die Top-Kandidatin bei der Bewerbung um die Stelle als …
Ich bin es gewohnt, respektvoll behandelt zu werden.
Ich bin …
Ich habe …
Ich fühle … 

Alle Aussagen, die mit „Ich bin“ beginnen oder andere positiv formulierte Ich-Sätze, eignen sich.  

2.    Die Affirmation 1000 Mal wiederholen. Den Wunsch fühlen.  

Behalten wir den Fokus und tun so, als sei der Wunsch bereits manifest, dann erfüllen sich Wünsche schneller. Wer Millionär werden möchte, der könnte sich also so verhalten wie einer. Das funktioniert zum einen gut über Selbstgespräche. Wir könnten uns mit dem Taxi-Fahrer über Geld unterhalten und uns anhören, wie schlecht der über Millionäre redet, nur um uns am Ende erhaben zu fühlen, weil wir einer sind und ihm eine Menge Trinkgeld geben.

Oder: Wir sind Single und wollen die große Liebe finden. Dann stellen wir uns vor, es sei bereits so und wir verbringen unseren Tag mit ihm/ihr. Wenn wir radeln, dann radelt unser Traumpartner neben uns her, wir lächeln uns an und  unterhalten uns. Wir schütten ihm unser Herz aus, auch wenn er „in Echt“ noch gar nicht da ist.


3.    Wir zweifeln 

Ja, das fühlt sich komisch an. Es ist unser Wunsch. Aber wie sollen wir uns verhalten als eine Person, die wir gar nicht sind? Noch nicht. Das Problem mit den Affirmationen ist ja immer, dass wir unserem Verstand etwas vorgaukeln. Wenn wir sagen „Ich bin … „ dann ist das eine Aussage, die sich auf die Gegenwart bezieht. Zwar funktionieren die Affirmationen und unser Wunsch erfüllt sich irgendwann. Aber dennoch tauchen immer wieder diese Zweifel auf.  

Ich bin krank. Ich werde zwar bald gesund sein, aber ich bin es eben noch nicht. Ich bin jetzt noch krank. 

Und dann fühlen wir uns schlecht. Wir sind traurig, dass wir noch krank sind. Und schwupps sagen wir uns: Ich bin nicht gesund.  


4.    Zweifel austricksen 

Diese kleinen Zweifel-Teufel können wir austricksen, indem wir die doppelte Verneinung benutzen. Versuchen wir das am Beispiel der Gesundheit.  

·         Stellen wir uns vor, wir sind krank. Wir wollen schnell gesund werden und finden unsere Wunsch-Affirmation: Ich bin gesund.  

·         Wir fühlen uns eine Weile gut und es funktioniert. Wir spüren auch schon erste Regungen. Aber die Schmerzen sind noch nicht vollkommen verschwunden oder wir sind immer noch verspannt. Wir sind dennoch überzeugt, dass es funktioniert und wir machen weiter, die Affirmationen aufzusagen, niederzuschreiben und uns gesund zu fühlen.  

·         Je nachdem wie lange der Prozess dauert, tauchen Zweifel auf. Wir wissen nicht, vor allem wenn wir noch nie zuvor mit Affirmationen gearbeitet haben, ob es funktionieren wird. Dann wird uns plötzlich bewusst, dass der Ist-Zustand eben etwas anderes aussagt. Ich bin nicht gesund.  

·         Unser Unterbewusstsein blendet das Wörtchen „nicht“ normalerweise aus. Die Affirmation würde also trotzdem funktionieren. Aber unser Verstand mag keine Verneinungen, also neigen wir dazu, statt „Ich bin nicht gesund“ wieder zu sagen „Ich bin krank“ 

·         Um das zu verhindern, verwenden wir im Zweifel am besten einen kleinen Zusatz, nämlich: Ich bin traurig, weil ich nicht gesund bin. Damit schaffen wir wieder eine positive Aussage für unser Unterbewusstsein und somit eine ehrliche Aussage.  

·         Der letzte Schritt verbindet schließlich beide Aspekte und wir sagen unserem Unterbewusstsein: Ich bin nicht traurig, dass ich (noch) nicht gesund bin. Dadurch setzen wir unserem Unterbewusstsein eine positive Aussage gegen den Zweifel. Und diese benutzen wir solange, bis wir den Zweifel überwunden haben. 

·         Am Ende, wenn die Traurigkeit über den Zweifel verflogen ist, kehren wir zu unserer ursprünglichen Affirmation zurück. Ich bin gesund. Und die wiederholen wir dann wieder bis sich unser Wunsch erfüllt oder bis zum nächsten Zweifel. 
 

Beispiele

Die doppelte Verneinung eignet sich also hervorragend, um Zweifeln bei der Wunscherfüllung positiv zu begegnen. Mit der Aussage, dass wir traurig über den noch nicht erfüllten Wunsch sind, bleiben wir ehrlich. Wir wandeln lediglich die aktuelle Traurigkeit um in eine positive oder neutrale Aussage und kommen so ganz sanft wieder zurück zu unserem Ich bin – Satz, ohne ihn aufzugeben.
Um die Vorgehensweise noch ein bisschen zu vertiefen, hier ein paar weitere Beispiele.

1.    Ich bin schüchtern und möchte selbstbewusst werden: 

·         Affirmation finden: Ich bin selbstbewusst.  

·         Zweifel begegnen: Statt im Zweifel wieder „Ich bin schüchtern“ zu sagen, benutzen wir: „Ich bin (noch) nicht selbstbewusst“ und fügen den Vorreiter „Ich bin traurig, weil“ hinzu. „Ich bin traurig, weil ich (noch) nicht selbstbewusst bin.“ Wir haben eine ehrliche Aussage geschaffen und bleiben bei dem positiven Wort ‚selbstbewusst‘.
 
·         Den Zweifel umwandeln in die positive Affirmation: Ich bin nicht traurig, dass ich (noch) nicht selbstbewusst bin. Die doppelte Verneinung sorgt dafür, dass wir über die Aussage nachdenken müssen, um die eigentlich bejahende Aussage zu verstehen. Es ist auch hilfreich, an die Mathematik zu denken: Minus mal Minus gleich Plus 

·         Statt kompliziert zu denken, kommen wir am Ende fast automatisch wieder zu unserer ursprünglichen Aussage zurück: Ich bin selbstbewusst. Der Zweifel ist weg.  

2.    Ich bin Single und wünsche mir einen liebevollen Partner: 

Wunsch-Affirmation: Ich habe einen liebevollen Partner. à Zweifel: Ich habe (noch) keinen liebevollen Partner. à Zusatz: Ich bin traurig, weil ich (noch) keinen liebevollen Partner habe. à positive Umwandlung: Ich bin nicht traurig, dass ich (noch) keinen liebevollen Partner habe. Rückkehr zur positiven Affirmation: Ich habe einen liebevollen Partner.
 

3.    Ich bin unbeliebt und wünsche mir viele Freunde. 

Wunsch-Affirmation: Ich bin beliebt und habe viele Freunde. à Zweifel: Ich bin noch nicht beliebt und habe noch nicht viele Freunde. àZusatz: Ich bin traurig, dass ich noch nicht beliebt bin und noch nicht viele Freunde habe. Positive Umwandlung: Ich bin nicht traurig, dass ich noch nicht beliebt bin und noch nicht viele Freunde habe. Rückkehr zur positiven Affirmation: Ich bin beliebt und habe viele Freunde.
 

4.    Mein Auto ist alt und ich wünsche mir einen schnellen Sportwagen.  

Wunsch-Affirmation: Ich bin Besitzer eines Sportwagens. à Zweifel: Ich bin noch kein Besitzer eines schnellen Wagens. àZusatz: Ich bin traurig, dass ich noch kein Besitzer eines Sportwagens bin. Positive Umwandlung: Ich bin nicht traurig, dass ich noch kein Besitzer eines Sportwagens bin. Rückkehr zur positiven Affirmation: Ich bin Besitzer eines Sportwagens. 
 

Wir könnten die Beispiele unendlich weiterführen. Die doppelte Verneinung versüßt uns so das Warten auf die Wunscherfüllung und lässt Zweifel an der Realisierung schnell verschwinden. Denn in unserem Inneren wissen wir ja, dass sich der Wunsch irgendwann erfüllen wird. Wir werden … sein. Innerlich Sind wir bereits … Und wann immer wir traurig darüber sind, dass wir in der Gegenwart äußerlich … noch nicht sind, wandeln wir den Zweifel einfach um und kommen sanft zurück zu unserer Vorstellung von dem, was oder wer wir sein wollen. Viel Erfolg.








































 

Mittwoch, 7. Juni 2017

Stell dir vor ... #1











... Du kletterst auf einen sehr hohen Baum, eine Pappel zum Beispiel. Du stehst ganz oben auf der Spitze und betrachtest die Welt.


Was siehst du dann?

Wie fühlst du dich?

Wer bist du?

  





 
 


Die Vorstellung, die Welt von oben zu betrachten, gefällt mir gut. Allerdings stehe ich da oben ziemlich wackelig und kriege echt weiche Knie. Das Schwanken der Baumkrone erfordert meine ganze Konzentration. Ich habe Angst zu fallen. Die Angst lässt mich steif werden, unfähig, die schöne weite Natur bis zum Horizont zu betrachten.




Doch der Drang, dieses außergewöhnliche Erlebnis auszukosten, wird stärker. Wie oft kann ich schon hier oben stehen und alles liegt mir zu Füßen? Ich traue mich, in die Ferne zu blicken und sehe zunächst nur Hochhäuser. Weiter hinten wird es grün, die Blätter der Bäume tanzen im Wind, alles bewegt sich. Menschen laufen wie Lemminge durch die Gassen, Bälle rollen über Felder, Qualm steigt aus Schlöten. Obwohl ich so weit oben stehe und die Menschen und Gebäude so winzig erscheinen, fallen mir viel mehr Details auf als wenn ich unten unterwegs bin. Farben wirken kräftiger, ich fühle mich den Menschen näher, Geräusche plätschern wie Wasser an mein Ohr. Nichts stört mich. Die Welt erscheint mir wie ein bewegtes Bild. Je mehr ich mich in Details verliere, umso weniger spüre ich die Angst. Im Gegenteil, ich wachse über sie hinaus und der wackelige Boden unter meinen Füßen fühlt sich an, als könnte ich über die Wasseroberfläche eines riesigen Sees gehen.

Hier will ich noch eine Weile bleiben.

Ich bin frei.

Und selbst, als ich die Frage aufwerfe, wie ich hier wieder runterkomme, bleibe ich ruhig.

Ich muss ja bloß hüpfen und die Augen öffnen.





Wenn du auch eine lebhafte Fantasie hast und dir etwas vorstellen möchtest, dann fühl dich eingeladen, dabei zu sein.
  1. Poste im Juni 2017 einen Artikel auf deinem Blog zum aktuellen „Stell dir vor … #“
  2. Verlinke in deinem Text auf diesen Artikel. 
  3. Hinterlasse einen Kommentar mit Link. Ich freue mich auf deinen Beitrag.
  4. Alle im aktuellen Monat eingereichten Beiträge verlinke ich im neuen "Stell Dir vor...#" als Anregung für eine neue Runde.







Sonntag, 4. Juni 2017

Wie fühlt sich Erwachen an?


Der Augenblick, in dem Du erkennst und fühlst: es ist wahr. Das ist der PAB-Moment. Dieses Erwachen kann viele Gesichter haben und jeder erlebt es anders und vor allem in verschiedenen Situationen. Für mich war es der Zeitpunkt, an dem ich gefühlt habe: ich liege in Gottes Hand, ich kann mich jederzeit fallen lassen und bin nicht verlassen.

Da es für jemanden, der noch nicht erwacht ist, schwierig ist, das nachzuvollziehen, will ich einmal versuchen, das Gefühl anhand von Vergleichen zu beschreiben. Denn es gibt im Leben vergleichbare Situationen, die alle den gleichen Effekt auslösen. Bloß dass diese kleinen Momente eben nicht das spirituelle Erwachen in eine neue Bewusstseinsebene kennzeichnen, sondern nur kleine Aha-Effekte darstellen.
 

Bestimmt hast Du das schon einmal erlebt


Die Erkenntnis, dass Du einen stur auswendig gelernten Inhalt plötzlich mit einem Sachverhalt verbindest, der mit der Sache nichts zu tun hat.

Zum Beispiel, dass historische Daten eine Relevanz für Dich bekommen, weil am gleichen Tag, an dem Friedensvertrag xy unterzeichnet wurde, deine Beziehung begann

Oder Dir fällt in einem Small Talk plötzlich die Verszeile eines Gedichts ein, das in diesem Zusammenhang plötzlich für dich eine Bedeutung bekommt

Der Aha-Effekt während eines Seminars, der dir deutlich macht, dass auch du schon einmal in derselben Situation warst wie viele andere

Wenn Du gebetsmühlenartig eine Affirmation heruntergeleiert hast und sich kein Ergebnis einstellen wollte, bis Du plötzlich gemerkt hast: ich sage nicht nur „Ich bin selbstbewusst“, sondern ich BIN selbstbewusst

Du hast lange Zeit versucht, eine Fähigkeit zu verbessern und plötzlich merkst du: Ich kann es!

Wenn Du ein Geduldsspiel endlich entknotet hast und auch weißt, wie du das geschafft hast

Du hast versucht, ein Schloss ohne Schlüssel mit dem Dietrich zu öffnen. Der Moment, in dem es „schnapp“ macht und das Schloss sich öffnet




Erwachen ist intensiver


Beim Erwachen in eine spirituelle Bewusstseinsebene fühlt sich dieser Aha-Effekt noch viel stärker an als in all diesen kleinen Augenblicken zusammen.  
Es ist der Augenblick,

in dem aus Glauben Wissen wird.

Der Zeitpunkt, an dem Du Deine eigene Weisheit endlich erkennst. In diesem PAB bekommt all Dein Glauben und Wissen eine persönliche Relevanz.

Es ist der Bruchteil einer Sekunde, in der Du erfährst, was genau der Inhalt, dein eigener Inhalt einer Aussage ist.

Es ist wie das mühelose Gleiten eines Adlers über die Welt.

Du tust plötzlich etwas nicht nur, sondern du verschmilzt mit der Tätigkeit.

Du fühlst, was du liest.

Du fühlst, was du bis dahin nur visualisiert hast.

Plötzlich merkst Du, dass Deine Gedanken und Gefühle nur eine Auswirkung sind.

Vielleicht ist es der Behälter, in dem Dein Unterbewusstsein wohnt, den Du gefunden hast.

Es ist das, was die Buddhisten in der Leerheit suchen, und Christen in Jesus und Gott finden wollen, es ist das Eine des Universums, das Ganze. Das Ganze ist eigentlich unbeschreiblich, weil es sich nicht in Worte fassen lässt, sondern nur gefühlt werden kann.

Plötzlich bekommt eine Lebensweisheit einen tieferen Sinn, der für dich persönlich relevant ist. Du erkennst die Wahrheit, die dahinter steckt.

Du kannst es nur fühlen. Es ist ein Geschenk.


Wenn Du das Erwachen fühlen willst, dann musst Du Dich auf den Weg dorthin machen, um es in dir selbst zu finden. Das kann anstrengend sein, genauso mühsam wie das Erlernen eines neuen Berufs, aber der Lohn ist unendliche Freiheit.

 
 



























Sonntag, 28. Mai 2017

Sich selbst erforschen



Tief in mir gibt es so viel zu entdecken, dass es für mehrere Leben reichen würde. Jeder trägt seine eigene Wahrheit und Weisheit in sich, die es zu erforschen gilt. Wenn wir uns auf uns selbst einlassen, dann sind wir am Ende vielleicht kein Physik-Nobelpreisträger und das Energieproblem haben wir auch nicht gelöst. Aber wir kommen mit dem Leben gut aus und werden weise. Das ist der wahre Sinn des Lebens, weil wir unsere Probleme schnell lösen können und innerlich ruhig und friedlich sind.

Traust du dich, dich selbst zu erforschen?

 

 


Um jedoch dahin zu kommen, ist es nötig, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Das will ich heute mal ganz offen tun.
Und zwar mithilfe von 11 Fragen, die Tamara Michaela in ihrer Blogparade Traust du dich ?! auf ihrem IchMeinWas Blog stellt. Ich finde das Thema wirklich spannend und persönlich. Und ja: ich traue mich auch.  

1.    Welche Meinung habe ich von mir selbst? Wie sehe ich mich selbst? Was macht mich aus? 


Ich sehe mich als zurückhaltenden Menschen, der in neuen Umgebungen erstmal vorsichtig Kontakt anbahnt. Neue Menschen und Situationen überfordern mich manchmal, da bin ich sehr ruhig. Wenn ich aber erstmal angekommen bin, komme ich aus mir heraus und werde gesellig und lustig. Ich bin gerne mit anderen zusammen, brauche aber auch viel Zeit für mich alleine. Ich bin gerne mit mir alleine, ich lese dann spirituelle Texte und höre Musik oder spiele Gitarre. Da komme ich immer wieder bei mir selbst an und habe das Gefühl, friedlich zu sein.

Ich meditiere regelmäßig. Außerdem treibe ich viel Sport und koche gerne. Meine Familie ist mir das Liebste, auch wenn ich sie manchmal gerne auf den Mond schießen würde. Zusammengefasst würde ich mich als sehr ausgeglichenen Menschen bezeichnen, der in der Lage ist, das Leben und seine Veränderungen so zu nehmen wie sie nun mal sind. Ich mache, was mir gefällt und traue mich immer wieder was Neues.


2.    Bitte ich um Hilfe, wenn ich Unterstützung brauche? 


Nein, eher nicht. Ich versuche, die Dinge, für die ich mich verantwortlich fühle, größtenteils auch selbst zu erledigen. Wenn ich Dinge delegiere, dann endet das oft im Chaos und ich muss hinterher dennoch selbst noch etwas erledigen. Wenn ich zum Beispiel ans Einkaufen denke: ich bitte meinen Mann einzukaufen, dann erledigt er alles super, aber ich muss ganz genau aufschreiben, was er einkaufen soll. Welches Waschmittel? (Marke und Art), Welche Nüsse? Spätestens bei der genauen Angabe von Marke, Form und Duftrichtung meiner Slipeinlagen hört der Spaß dann auf. Allerdings gibt es auch Situationen, in denen ich andere um Hilfe bitten muss. Zum Beispiel wenn schwere Möbelstücke zu rücken oder zu tragen sind, dann frage ich meinen Mann oder ich bestelle Handwerker. Die neue Spülmaschine lasse ich von den Monteuren der Küchenfirma anschließen. Meistens finde ich in der Familie jemanden, der mir helfen kann, da fällt mir das Fragen leichter als bei Freunden.

Und Pizza bestelle ich nie selbst beim Lieferservice, da bitte ich immer meinen Mann oder meine Kinder.  

3.    Welche Menschen tun mir gut? Verbringe ich mit ihnen genug Zeit? Falls nein, warum nicht? 


Meine Familie tut mir gut, solange alle gut drauf sind. Das ist meistens in Urlaubszeiten der Fall. Wenn alle entspannt sind, dann läuft das Familienleben bestens, da bekomme ich richtig Energie. Ich wünschte, alle wären immer so entspannt wie in den Ferien.

Ich bin gerne mit Freunden zusammen, am liebsten, wenn wir zum Frühstücken verabredet sind oder ins Kino gehen. Ich verbringe nicht so oft bewusst viel Zeit mit meinen wichtigen Menschen, aber mir reicht es. Die Momente, in denen es darauf ankommt, zählen. Und wenn ich die bewusst wahrnehme, dann sind sie alle Gold wert.


4.    Welche positiven Eigenschaften habe ich? 


Ich bin sehr geduldig, hingebungsvoll und kreativ. Außerdem achtsam, sportlich und aufmerksam, sehr emotional und empathisch.

5.    Für welche Dinge im Leben bin ich besonders dankbar? 


Ich danke besonders für das gesunde Leben meiner zu früh geborenen Tochter und dass ich diese Risikoschwangerschaft damals überlebt habe. Überhaupt bin ich dankbar, dass es mir und den Menschen in meinem Umfeld gut geht und manche von ihnen trotz Krankheiten und Problemen ihren Lebensmut nicht verlieren. Das baut mich selbst auch auf.

Und ich bin dankbar für alle meine Sinne, besonders für mein Augenlicht, dass ich lesen und schreiben kann. Ohne wäre ich ganz schön traurig.


6.    Was versüßt mein Leben? 


Komplimente und alles was dazu gehört: Blumen, nette Worte und Blicke.  

Wenn meine Kinder begeistert von etwas erzählen und vor lauter Begeisterung kaum Luft holen können. Das ist so wundervoll.  

Farben und Bilder, ich liebe satte Farben, besonders im Frühling, wenn die Natur erwacht und Farben erscheinen, als würde ich sie zum ersten Mal sehen.

Wenn die Sonne auf grüne Blätter scheint und diese im Wind dann glitzern wie Edelsteine. Da könnte ich stundenlang zuschauen.
Gutes Essen. Ich liebe es, wenn ein Teller schön angerichtet ist, selbst wenn die Menge nur sehr klein ist. Der Obstsalat meiner Tochter mit Sahne und Zimt ist ein Gedicht.  

Musik versüßt mein Leben wie nichts anderes. Wenn es mal brennt, rette ich zuerst meine Lieblingsmenschen und dann meine Gitarre.



7.    Hinterfrage ich meine Handlungen? 


Früher nicht immer. Ich entschied mich oft spontan und impulsiv. Ich habe mich oft umentschieden, weil ich nicht nachgedacht habe. Nur manchmal, wenn ich gemerkt habe: ups, das war ein Fehler, dann habe ich mich hinterfragt, damit mir das nicht nochmal passiert.

Erst in letzter Zeit, seit ich mir einiger Dinge viel bewusster geworden bin, hinterfrage ich, was ich tue. Und ich muss sagen, es macht das Leben leichter.

  1. Was hast du für einen Traum? Und was hindert dich daran, ihn zu leben?

Ich habe immer viel für meine Träume getan. Ich wollte vom Land in die Großstadt ziehen, gesagt – getan. Ich wollte Kinder und Familie, gesagt – getan. Ich träumte davon, meinen Job aufzugeben und nur noch zu schreiben und kreativ zu sein, gesagt – getan. Ich bin, was ich sein will und in meinem persönlichen Traum angekommen. Jetzt würde ich gerne mit meinen Erfahrungen und Texten anderen helfen, auch bei sich selbst anzukommen und erkennen zu können, was sie wirklich wollen.

  1. Stehe ich mir selbst im Weg?

Nur manchmal, wenn ich mich einfach nicht entscheiden kann.

  1. Bin ich gut genug?

Ja. Inzwischen ja. Früher, als die Kinder noch kleiner waren, da wollte ich die perfekte Mutter sein und habe mich selbst unter Druck gesetzt, mit dem was ich alles in der Erziehung erreichen wollte. Heute will ich lieber harmonische Zeiten mit meinen Kindern verbringen und ich bin nur noch streng, wenn es wirklich darauf ankommt. Auch sonst will ich nicht mehr perfekt sein. Wichtig ist mir, dass ich mich mit dem, was ich tue gut fühle.

  1.  Angenommen, ich könnte von vorne beginnen: Was würde ich anders machen?

Ich würde mich von Anfang an fokussieren. Nicht alles zu wollen und möglichst viel zu haben und zu tun ist viel erholsamer und friedvoller als immer vorne dabei sein zu wollen. Ich würde mich viel früher mit mir selbst beschäftigen als nur zu versuchen, Anerkennung von außen zu erhaschen. Und ich würde mehr meditieren und mich auf Klarheit und Weisheit besinnen.


Damit bin ich am Ende angekommen. Ich habe etwas über mich gelernt, nämlich, dass es immer wieder neue Fragen über mich selbst gibt, die ich mir beantworten kann. Das macht am Ende Weisheit aus. Je mehr ich über mich weiß, umso besser komme ich mit dem Leben aus.

Danke Tamara fürs Fragen stellen und viel Erfolg mit Deiner Blogparade.





























Sonntag, 21. Mai 2017

Nur Geduld


Geduld ist eine meiner Stärken. Und trotzdem komme ich an meine Grenzen. Ich möchte auf dem spirituellen Weg schneller vorankommen. Doch hier ist weniger einfach mehr, ich muss noch mehr Geduld lernen, weil Einsichten und Weisheiten manchmal nur sehr langsam kommen. Ich möchte mein Ziel schneller erreichen und werde dabei ungeduldig. 



 


Was bedeutet Geduld?



Geduld – die Fähigkeit zu warten.


Geduld heißt aber nicht nur, fähig zu sein, auf etwas zu warten, sondern dabei einen positiven Geist zu behalten. Wenn wir auf etwas warten, müssen wir sowieso warten bis es eintritt. Nur wer möchte, dass etwas schneller voran geht als es in Wirklichkeit geschieht, der gilt als ungeduldig. Eine bessere Definition wäre daher


Geduld – die Fähigkeit, ruhig zu warten


Wir wollen ein bestimmtes Ziel erreichen und wissen auch wie wir dahin kommen können, aber etwas steht uns im Weg. Das fängt mit der langen Warteschlange im Supermarkt an und geht über Wartezeiten in öffentlichen Behörden bis hin zu längeren Zeiträumen, in denen wir beispielsweise auf die Zusage eines neues Jobs warten. Und dann sind da noch die Ziele, die wir nur mit sehr viel Geduld erreichen können wie etwa das Manifestieren von Liebe in unserem Leben, wenn wir gerade Single sind oder das Verändern einer grundlegenden Charaktereigenschaft. Wer schon einmal eine Diät gemacht hat, weiß, wie geduldig man sein muss, bis endlich Ergebnisse sichtbar werden. Wer auf einem Weg schnell ungeduldig wird, erreicht vielleicht seine Ziele nicht, weil er vorschnell aufgibt oder einen anderen bequemeren Weg einschlägt.


Spirituelle Entwicklung erfordert Geduld


Wie schon erwähnt, halte ich mich selbst bereits für sehr geduldig. In Sachen Spiritualität musste ich aber leider feststellen, dass ich mehr will, als ich schnell bekommen kann, bin also auf eine gewisse Ungeduld in mir gestoßen. Das ist ein völlig neues Gefühl, das mich beunruhigt. Ich hatte zwar meinen PAB-Moment, doch der hat nur dazu geführt, dass ich noch mehr dieser Bewusstseinssprünge erleben möchte. Aber manchmal stellen sich die Momente in der Meditation einfach nicht nochmals ein. Es dauert eine Weile, ehe das nächste tiefe Bewusstwerden-Gefühl aufkommt. Und trotzdem erfahre ich diesen Drang, noch mehr und mehr davon zu bekommen. Wer einmal Gott nahe war, der möchte ihn immer wieder sehen, aber manchmal erscheint er einfach nicht. Da kann man schon mal ungeduldig werden.

Wer die Geduld verliert, verlässt den spirituellen Pfad dann vielleicht wieder, weil sich die erhofften Ergebnisse wie Ruhe und innerer Frieden nicht schnell genug einstellen. Wer auf ein Wunder hofft und nicht sofort eines bekommt, wird ungeduldig und wendet sich doch wieder äußeren Genüssen zu. Oder wir verlieren uns in zu vielen spirituellen Wegen und die Energie wird zerstreut.


Mit dem Fokus wächst die Geduld


Ich wollte zu viel und habe mich dadurch selbst gebremst. Inneren Frieden erlangt niemand von heute auf morgen. Er muss wachsen. Erst klein, dann groß, wie eine Blume, die zunächst nur ein Samenkorn ist und erst mit Sonne und Wasser ihre Blüte erreicht. Ebenso lässt sich eine Tugend nur langsam in einem Geist ansiedeln.

Am Anfang ist es daher wichtig, sich auf eine Sache zu konzentrieren, um Zuversicht und Vertrauen zu gewinnen. Das große Ziel der Erleuchtung lässt sich leichter erreichen, wenn auf dem Weg dorthin kleine Zwischenschritte realisiert werden. Das zu erkennen, erfordert Geduld. Ich wollte alles auf einmal: Liebe, Schönheit, Freude, Frieden, Geduld, Wachstum, Wunder, Reichtum, Fülle und all die anderen heilversprechenden Eigenschaften, die erleuchtete Menschen in sich tragen.

Das Wichtigste lerne ich nun zuerst: Geduld. Irgendwann auf dem spirituellen Weg kommt das große Ganze. Bis dahin kommen viele kleine Schritte, die, nacheinander gegangen, etwas bewirken.

Zunächst ist es sinnvoll, sich klar zu machen, was genau wir erreichen wollen. Ist es Liebe? Oder Freundschaft? Wollen wir in erster Linie Alleinsein, Ruhe und Gelassenheit? Oder doch eher Geselligkeit und Familie? Was dem einen gut tut, bringt den anderen schnell aus der Fassung. Und wenn wir zu viel auf einmal wollen, verlieren wir uns in der Unendlichkeit. Deshalb sollten wir uns als erstes fokussieren, auf das, was uns am wichtigsten erscheint, oder was leicht zu erreichen ist. Niemand wird den Berg an Problemen von heute auf morgen versetzen. Wenn wir jedoch geduldig an uns arbeiten, dann wird der Berg mit der Zeit von alleine kleiner. Und irgendwann  ist unsere Glaube so groß, dass wir alles erreichen können.

Die Konzentration auf eine einzige Sache, hilft, die Gedanken zu bündeln und das Ziel schneller zu erreichen.

Wenn ich den ganzen Tag daran denke, wie ruhig ich bin, dann komme ich abends schneller zur Ruhe und fühle mich morgens ausgeruht. Wenn ich den ganzen Tag daran denke, wie respektvoll ich behandelt werde, dann behandle ich andere auch respektvoll und bekomme Respekt zurück.

Wenn ich wertschätze, werde ich wertgeschätzt. Wenn ich liebe, werde ich geliebt.

Will ich alles auf einmal und am besten sofort, dann wird es schwer mit der Zielerreichung. Und ich bekomme nichts von alldem. Aber je mehr wir unseren Fokus auf eine einzige Eigenschaft legen, umso schneller wird das Ergebnis sichtbar und die Geduld wächst, wenn wir beim nächsten Mal vielleicht ein größeres Ziel in Angriff nehmen wollen.

Durch diesen Fokus wächst die Geduld ins Unermessliche, bis wir nur noch einen Wunsch äußern und einfach nur noch auf dessen Erfüllung warten. Spätestens dann gilt für die Geduld:
Geduld ist nicht nur
das ruhige Warten auf ein Ergebnis,
sondern die Zuversicht,
dass genau das gewünschte Ergebnis
mit Sicherheit eintreten wird.

Wenn wir das erkannt haben, dann können wir die Zeit des Wartens mit anderen schönen Dingen erfüllen wie etwa einem anregenden Gespräch in der Warteschlange oder dem Kultivieren weiterer Tugenden.  

Mir fällt in diesem Zusammenhang eine buddhistische Weisheit ein, die es auf den Punkt trifft.  

“Meditiere jeden Tag mindestens 10 Minuten.
Es sei denn du hast keine Zeit,
dann meditiere 20!”


Je ungeduldiger wir sind, umso langsamer scheint die Zeit voranzugehen. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ist es umso wertvoller, Geduld zu kultivieren, weil die Zeit dann immer sinnvoll oder erfüllend genutzt werden kann, egal wie lange etwas dauert.