Montag, 15. Mai 2017

Affirmationen: Das Geheimnis positiver Glaubenssätze



„Ich bin…“ Diese Worte sind voller Magie und Kraft. Immer, wenn ich sage „Ich bin…“ dann glaube ich daran, genau das zu sein, womit ich den Satz beende. Bewusst oder unbewusst. Affirmationen machen sich diesen Effekt zunutze. Mit ihrer Hilfe können wir unser Leben in eine neue Richtung lenken. Aber sie wir sollten sie nicht bedenkenlos verwenden, sondern einige Regeln beachten. Nur so können sie auch wirklich den gewünschten Effekt erzielen und zu einem wahren Lebensgeheimnis werden.






Was sind Affirmationen?


Affirmationen sind kurze, einfache und positiv formulierte Sätze, die neue Gedankenstrukturen schaffen sollen. Sie werden im Innern wiederholt, solange bis sich die gewünschte Wirkung einstellt und unser Unterbewusstsein automatisch einen Gedankenwandel vollzieht und wir uns so fühlen wie die Affirmation vorgibt. Wenn wir eine bestimmte Affirmation lange genug wiederholen, entstehen neue Verschaltungen im Gehirn, die unser Denken positiv beeinflussen und so unser Leben verbessern können.

Beispiele für Affirmationen:
Ich bin frei.
Ich bin unabhängig.
Ich bin kerngesund.
Ich fühle mich geliebt.
Ich sehe mich in einer Führungsposition.
Ich lebe glücklich.
Ich folge meiner inneren Uhr.

 

Ich muss also nur sagen „Ich bin reich.“ Und schon bin ich Millionär?


Nein, ganz so einfach ist es leider nicht. Obwohl, es könnte so einfach sein, wenn wir die Methode richtig anwenden. Jeder muss zunächst einmal die passende Affirmation für sich persönlich finden. Wenn ich reich sein will, hat das meist einen bestimmten Grund. ‚Reich‘ ist ein weit gefächerter Begriff. Was verbindet mein Unterbewusstsein mit dem Wort ‚reich‘? Was genau bedeutet das für mich? Wie reich genau will ich sein? Will ich Millionär sein? Oder reicht mir vielleicht das Gefühl, mir alles kaufen zu können, was ich haben möchte?

Affirmationen sollten immer individuell auf jeden Einzelnen passen. Es sind schließlich neue Glaubenssätze, die sich bewahrheiten sollen. Da reicht es nicht, bloß einen Satz dahinzusagen, sondern wir müssen uns schon genau mit uns selbst beschäftigen und konkret sagen, was wir wollen. Wenn wir das bloß mal ausprobieren wollen und es nicht sofort funktioniert, werden wir enttäuscht sagen: „Affirmationen – das ist Humbug. Nichts für mich. Reine Zeitverschwendung“

Wir müssen die Anwendung, so einfach und genial sie auch sein mag, konsequent durchziehen und ein paar Regeln beachten.

 

Die Wirkung von Affirmationen optimieren


Affirmationen wirken durch die häufige Wiederholung. Je öfter ich mir selbst sage, wie „Ich bin…“, umso schneller stellt sich das Gesagte auch tatsächlich ein. Ich gehe bei der Verwendung einer Affirmation davon aus, dass ich eine Eigenschaft bereits besitze, bevor sie sich in meiner Außenwelt zeigt. Aber die geheimnisvollen Sätze müssen auch richtig formuliert werden.

Die richtigen Affirmationen finden


1.    Einen Lebensbereich aussuchen



Zunächst sollten wir uns bewusst machen, was wir erreichen wollen. Da wir unser Leben positiv verändern möchten, müssen wir eine Richtung vorgeben.

Wir leiden vielleicht gerade unter ständigen Streitereien in der Familie. Deshalb wollen wir mehr Harmonie in unser Leben holen.

Oder wir haben Probleme mit Kollegen, fühlen uns gemobbt und unser Selbstbewusstsein befindet sich gerade auf dem Nullpunkt.

Eventuell leiden wir gerade unter unserem Job und streben einen Karriereschritt an, der sich einfach nicht ergibt.

Wir sollten uns anfangs einen Lebensbereich aussuchen, an dem wir arbeiten wollen. Am besten einen, der uns momentan besonders zu schaffen macht. Wohlgesagt: EINEN.

Nehmen wir uns zu viel auf einmal, dann zerstreuen wir die Energie und das Ergebnis bleibt aus. Später, wenn wir überzeugt sind, dass Affirmationen funktionieren, können wir mehrere Bereiche kombinieren und kommen dann schneller voran. Bis dahin ist es besser, der Versuchung zu widerstehen, alles auf einmal lösen zu wollen.

2.    Welche Einstellungen schränken uns ein?



Als nächsten Schritt finden wir heraus, was uns belastet. Welche Glaubenssätze verhindern ein Vorankommen? Am Beispiel der Streitereien könnten wir dann herausfinden, dass wir uns immer persönlich angegriffen fühlen, wenn ein Familienmitglied etwas äußert. Das hat zur Folge, dass wir uns innerlich sagen: „Ich bin gereizt.“, „Ich bin Schuld an den Streitereien, weil ich mich nie zurückhalten kann.“, „Ich bin gemein, weil ich immer gleich schimpfe.“

Was immer zum Vorschein kommt, muss in positive Sätze umgewandelt werden, damit sich in dieser Hinsicht etwas verbessert. 

3.    Blockaden entdecken und in positive Sätze umwandeln



Wenn wir herausgefunden haben, was uns blockiert, wissen wir, dass wir genau diesen Bereich in Zukunft verbessern wollen und formulieren unsere neuen Glaubenssätze. Diese könnten dann lauten: „Ich bin ruhig.“, „Ich bin harmonisch und friedlich.“, „Ich bin ausgeglichen.“, „Ich rede leise.“


4.    Kurze, positive Sätze formulieren


Affirmationen wirken am besten, wenn sie stark und prägnant formuliert sind, dabei aber so detailliert wie möglich. Es ist besser, zwei oder drei kurze Sätze zu verwenden als einen langen, der nur schwer auswendig zu lernen ist. Sätze wie: „Ich bin harmonisch.“ oder „Ich fühle mich geliebt.“ sind besser geeignet als „Ich hole Harmonie in mein Leben und werde von meinen Familienmitgliedern geliebt.“ Solche langen Sätze können auch sehr wirksam sein, allerdings sollten wir über etwas mehr Erfahrung verfügen und schon einmal positive Erfahrungen mit der Anwendung von Affirmationen gesammelt haben, ehe wir allzu schnell zu viel wollen. Wir formulieren das Ziel, wo wir hinwollen.

Ich will Harmonie? – „Ich bin Harmonie.“
Ich will reich sein? – „Ich bin Reichtum und Fülle.“
Ich will mich fitter fühlen? – „Ich bin fit und gesund.“ 

5.    Wiederholung der Affirmationen in allen Variationen



Haben wir unsere persönliche Affirmation gefunden, dann beginnt die Gedankenschleife. So wie wir über Problemen grübeln, wiederholen wir nun die Affirmation. Das fällt leichter, wenn sie so kurz wie möglich sind.

Am besten fangen wir mit der inneren, gedanklichen Wiederholung an. Wir denken immer und immer wieder den gleichen Satz. „Ich bin Harmonie. Ich bin Harmonie.“ Je öfter wir das wiederholen umso schneller prägt sich der neue Satz ein. Besonders effektiv wirkt die Wiederholungsmethode, wenn wir den Satz dabei so schnell wie möglich nacheinander runterrasseln.

Der nächste Schritt ist das laute Aussprechen. Ein akustisch artikulierter Satz wirkt stärker und länger auf unser Unterbewusstsein.

Schreiben wir den Satz auf ein Papier, bekommt er nochmals Auftrieb. Schwarz auf Weiß betrachtet, bekommt er eine noch höhere Relevanz und wirkt echter.

Wenn wir versuchen, den Satz zu singen, wird vielleicht ein richtiger Ohrwurm daraus und wir werden ihn nicht mehr los.

Wir können ihn auf unsere Haut schreiben, damit auch der Tastsinn mit einbezogen wird.

So können wir nach und nach alle unsere Sinne mit einbeziehen und den Satz immer dann wiederholen, wenn wir eine neue Situation erleben.


6.    Wiederholung in allen Lebenslagen



Sagen wir den Satz in allen Lebenslagen, dann bekommt er auch in allen Lebenslagen eine Bedeutung. Morgens nach dem Aufstehen, beim Essen, auf der Toilette, in der Badewanne, drinnen und draußen, bei Ruhe und Lärm, während des Fernsehens, beim Wäsche aufhängen, kurz: der Satz sollte in allen Lebenslagen wiederholt und gefühlt werden.

Um das zu erleichtern, können wir uns anfangs einen Timer einstellen, damit wir uns den ganzen Tag immer mal wieder an den Satz erinnern und ihn häufiger wiederholen, und vor allem auch während Zeiten der Konzentration nicht vergessen.


Mit der Zeit fällt uns der Satz von alleine in allen möglichen Situationen ein. Dann können wir langsam zum nächsten Schritt übergehen.

7.    Der schwierigste Schritt von allen:

     Das Ergebnis fühlen



Da wir mit dem Satz unserem Unterbewusstsein anfangs nur etwas vorgaukeln, weil wir uns ja eigentlich gegenteilig fühlen, müssen wir einen Weg finden, das Gesagte nicht nur auszusprechen, sondern es auch zu fühlen. Wir sollten jeglichen Zweifel aus dem Weg räumen und uns so verhalten und fühlen, wie es in Zukunft sein soll. Wir leben sozusagen in der Zukunft. Wenn wir harmonisch leben wollen, dann müssen wir uns die Harmonie in unserem Bewusstsein vorstellen und versuchen, uns so zu fühlen, wie wir es am Ende haben wollen. Wie fühlt sich diese Harmonie an? Dazu eignet sich besonders die Methode der Meditation. Wir visualisieren unser Ziel solange bis es sich zwangsläufig einstellt. Wenn wir fühlen, was wir haben wollen, dann stellt sich dieses Gefühl unweigerlich auch in unserer äußeren Umgebung ein.


Das ist der schwierigste Schritt von allen. Warum? Weil er bedeutet, dass wir etwas für das Erreichen unseres Ziels tun müssen. Wir müssen uns innerlich solange mit dem gewünschten Ergebnis beschäftigen, bis wir überzeugt sind, dass die Methode funktioniert. Deshalb ist es anfangs auch besser, ganz kurze Sätze zu wählen und mit einem einzigen und  einfachen Themenbereich anzufangen. Dadurch stellen sich die Erfolge schneller und nachhaltiger ein und wir wenden die Methode eher auch in schwierigen Lebensbereichen an.

Wenn wir Glück haben, dann stellt sich der Moment bald ein. Das fühlt sich dann an wie eine Erleuchtung. Wir leiern plötzlich nicht mehr den Satz nur herunter, sondern wir fühlen ganz plötzlich: jetzt ist es soweit. Wir sagen nicht nur den Satz „Ich bin harmonisch.“, sondern plötzlich „SIND wir harmonisch.“ Das ist ein gewaltiger Unterschied. Von da an wissen wir, dass die Methode funktioniert und wollen sie auch auf andere Themen anwenden.


Affirmationen sind wirklich eine Geheimwaffe 


Der große Vorteil bei der Arbeit mit Affirmationen liegt in der Einfachheit der Anwendung. Jeder kann Affirmationen verwenden, die Methode ist leicht zu verstehen und individuell wandelbar. Es braucht kaum Wissen, nur Vertrauen. Und selbst wenn wir anfangs noch Bedenken haben - die Methode kann trotzdem funktionieren, ist also selbst für Zweifler geeignet. Alles, was wir tun müssen ist, an uns selbst zu glauben.



         





























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